Zur neuen Folge meiner Videokolumne bei ZEIT-ONLINE:

„Veränderung ist schwierig bis unmöglich!“ Das ist ein fester Glaubenssatz, den die meisten Menschen in sich tragen. Wenn es darum geht, sichere, bekannte Wege zu verlassen, verbinden viele das mit Anstrengung, Angst und Abwehr.

Veränderung ist möglich. Sie ist, so meine These, einfach. Sie beginnt – wenn Sie mögen – JETZT!

Der erste und wichtigste Schritt: den Dingen ins Auge sehen. Weg mit Scheuklappen und Vermeidungsstrategien. Was wollen Sie ändern? Wo gibt es Verhaltensmuster, die Sie einengen? Die seit Jahren zu immer gleichen Resultaten führen? Immer wieder Konflikte auslösen? Denken Sie nicht über andere nach. Sie können NUR sich selbst ändern. DAS aber ändert SEHR VIEL.

Schauen Sie sich von außen an. Werden Sie zum Zuschauer des Films, der ihr Leben zeigt. Spulen Sie zurück bis zum Anfang: Wer war dieses Kind? Was trug es alles in sich…. Was ist ihm widerfahren? Sehen Sie sich Krisen und Wendepunkte ganz genau an. Nehmen Sie sich Zeit dafür.

Gibt es wiederkehrende Muster?

Sich selbst von außen anschauen: Psychologen nennen das Dissoziation. Dadurch gelingt es, Grübeleien, Gedankenschleifen, feste Annahmen wie „Das muss!! SO sein. Das kann ich nicht“ zu durchbrechen.

Wir schauen kulturell bedingt vor allem auf Negatives. Auf Probleme. Das VERHINDERT Veränderung. Der bekannte Coach und Psychologe Steve de Shazer sagte; „Über Probleme reden schafft Probleme, über Lösungen reden schafft Lösungen.“

Was funktioniert gut? Verstärken Sie das. Mehr davon! Wenn etwas nicht funktioniert, fragen viele nach dem „warum“. Sie könnten auch fragen: „Wie kann es dann gehen?“ Schreiben Sie die Szene gedanklich um: Wie könnte die Hauptperson – Sie selbst – in diesem Moment stattdessen reagieren? Was würde DANN geschehen?

Wo würde Ihr bester Freund, Ihr Partner, Ihre Lieblingstante einen Weg, eine Lösung sehen?

Dies alles sind gezielte Perspektivwechsel. Sie sorgen dafür, dass wir neue Sichtweisen einnehmen. Und neue Verhaltensweisen probieren.

Wie einfach es ist, die eigene Perspektive zu verändern, zeigt das Bild von der alten Dame und dem jungen Mädchen.

Je nachdem, WIE sie schauen, sehen Sie das eine oder das andere: ein junges Mädchen oder eine alte Frau. SIE ENTSCHEIDEN, was sie sehen!

Die Macht der inneren Bilder ist enorm. Wir tragen einen ganzen Sack meist unbewusster Selbstbilder und fester Vorstellungen mit uns herum. Wie „es“ zu sein hat. Wie wir zu seien haben. Viele davon sind normativ oder negativ und engen uns ein. Achten Sie mal darauf.

Warum funktioniert das mit den „guten Vorsätzen“ nicht? Weil sie negativ sind: Nicht mehr rauchen! Weniger essen! Wir doktern an Symptomen herum statt VISIONEN zu entwickeln.

Entwickeln Sie positive Bilder. Wie wollen Sie sein? Welche Ziele wollen Sie erreichen? Wie wollen Sie in zehn Jahren leben? Visualisieren Sie dies ganz genau. Wie in einem Film. Immer wieder. Nutzen Sie langweilige Autofahrten oder Warteschlangen dazu. Je intensiver die Bilder, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie ihre Ziele erreichen. Sich verändern. Sich ENTWICKELN.

Gehen Sie neue Wege – ganz praktisch: Machen sie jeden Tag eine kleine Sache anders als am Vortrag. Das trainiert, macht Spaß. Und schafft Leichtigkeit.

Positive innere Bilder – Visionen – helfen uns, der oder die zu werden, die wir sein können, sagt der Neurowissenschafter Gerald Hüther. Versuchen Sie es. Es ist EINFACH.

Hier geht es zum Video: